Noten und Schlüssel

Swing, Gospel und Jazz am Dankeschön-Abend der Stiftskirchengemeinde

Kerzen Note 200131Kleine Achtelnoten aus Mürbteig lachten mit ihrer Schokoladenseite alle an, die sich den liebevoll gedeckten Tischen näherten. Etwas versteckt gab es dann noch Notenschlüssel aus Mürbteig an grünen Seidenbändern. Jede und jeder Mitwirkende in der Stiftskirchengemeinde habe eine besondere Note, sorge in seinem oder ihrem Bereich für den guten Ton – und zusammen wirkten alle wie ein Orchester, das gute Schwingungen hätte, sagte City-Diakonin Cornelia Götz in ihrer Ansprache. Die Plätzchen in Noten- und Notenschlüsselform wiesen jedoch noch auf etwas anderes hin. Dazu gleich mehr…

Warm, fast zu warm war es im Gemeindehaus während des Dankeschön-Abends der Stiftskirchengemeinde für haupt- und ehrenamtlich Mitwirkende. Das deftige warme Abendessen und intensive Gespräche sorgten für gefühlten Hochsommer - und das Ende Januar. Auch die Worte und symbolischen Geschenke von Stiftspfarrer Matthias Vosseler, City-Diakonin Cornelia Götz und Kirchengemeinderatsvorsitzender Dr. Beate Ceranski für besonders verdiente Ehren- und Hauptamtliche verströmten Wärme, Heiterkeit und Herzlichkeit.

Als dann aber die „Smallstars“ aus Winterbach zu ihren Instrumenten und Mikrophonen griffen, nahmen die Temperaturen Kurs in Richtung Tropenstärke. Fünf Mitglieder der Familie Gross – die Eltern Ernst und Karola sowie ihre Söhne Jonathan, Johannes und Joachim – sangen und spielten „Wo ich auch stehe“, „Herr der ganzen Schöpfung“, „Anker in der Zeit“ und lockten die rund 90 Anwesenden zum Mitsingen und -schwingen. Als die Familie dann Nickolas Ashfords und Valerie Simpsons „listen, baby, ain't no mountain high enough“, vortrug, das über Diana Ross und später dann „Sister Act“ ein breites Publikum erreicht hatte, war die Begeisterung gänzlich ungebrochen. Dieser musikalische Genuss war klarer Höhepunkt eines gelungenen Abends. Und dabei hatte alles rein „zufällig“ begonnen:

Kirchengemeinderätin Heidi Heinemann wollte nach dem samstäglichen Abendmahlgottesdienst im Sommer 2018 eigentlich direkt von der Stiftskirche nach Hause – als sie von ungewöhnlichen Klängen und Rhythmen erfasst wurde. Sie schaute, staunte, swingte und setzte sich, um zwei sehr jungen und einem ziemlich jungen Musiker mit Bass, Saxophon, E-Piano und Gesang in der Königstraße zuzuhören. Nach einer Weile kam sie mit einer Frau ins Gespräch, die sich als Ehefrau bzw. Mutter der Musiker und als Sängerin mit ganz eigener Note herausstellte. Karola und Ernst Gross haben ihre jahrzehntelange Erfahrung in einem Gospelchor und ihre Jazzleidenschaft auf ihre eigene Familie übertragen und waren einfach mal neugierig, was Gott und die Menschen davon halten, wenn sie Straßenmusik machen. Dieses Wagnis führte dazu, dass die Remstäler „Smallstars“ unter Leitung ihres Familienoberhaupts Ernst Gross den Abend so gross-artig bereicherten. Ob das im Jahr 2021 noch getoppt werden kann? Wir sind gespannt…

Bild Gross 200131